Soulines Dostoyevsky im Test der Stereoplay

Der Spieler
Wer ein bezahlbares, hochwertiges Laufwerk mit interessantem Design sucht,landet gerne mal bei Soulines. Doch mit dem Dostoyevski DCX hat der Serbe
Igor Glogorov auch einen fast klassischen Brettspieler im Programm.

Igor Glogorov baut reine Laufwerke. Keine Arme und erst recht keine Tonabnehmer. Dafür tut er das, was er tut, mit enormer Gründlichkeit. Und mit der Hilfe von Software.
Als Bootsbau-Ingenieur ist er es gewohnt, nicht einfach zahllose Prototypen bauen zu können, sondern zuvor am Rechner das Ergebnis so weit wie möglich vorauszuplanen.
Das geht so weit, dass er genau weiß, an welcher Stelle er welches Material in welcher Stärke einsetzen wird. Prototypen sind dann tatsächlich schon so gut wie fertig entwickelt.
In der Produktlaufzeit bleibt er zudem offen für Veränderungen. Der Dostoyevsky hatte ursprünglich eine zweiteilige  Zarge, nun ist sie einteilig.Sie besteht jedoch aus drei 20 mm dicken Schichten aus
baltischer Birke, die miteinander verleimt werden. Die Aussparungen auf der Unterseite sind zum einen Teil des „Vibrationskontroll-Konzepts“, dienen zum anderen aber auch der Schwerpunktverlagerung Richtung Tellerlager.



Acryl trifft Kork
Im Chassis sitzen der Antriebsmotor, der im Inneren vom Gehäuse entkoppelt ist, Tellerlager und Armboard. Die beiden letztgenannten sind mit einer AcrylStrebe versteifend verbunden,
die entkoppelt auf einer Kork Kautschuk-Unterlage ruht. Man kann hier also von einer Art „Subchassis Light“ sprechen. Die (wenn auch in geringem Maße) federnde Lagerung entkoppelt Arm und Lager ein wenig vom Motor.
Der Acryl-Teller ist 30 mm dick und wiegt 2,4 kg. Er ist beeindruckend genau gefertigt. Im Karton liegt eine Kork-Kautschuk-Matte, deren Verwendung optional ist. Ich mag solche Matten sehr. Sie ist auch einzeln im Set mit der ebenfalls
beiligenden LP-formatigen Einstellschablone erhältlich und schlägt dann mit günstigen 50 Euro zu Buche. Das Lager ist invertiert, der Dorn besteht aus Edelstahl, die Buchse aus Messing. Das ist eine solide und häufig anzustreffende Lösung.
Der vom BT Vertrieb mitgelieferte Tonarm stammt von Talk Elektronics. Setzte man dort bis vor etwa einem Jahr auf Rega-Arme, ist man nun von diesen unabhängig. Es handelt sich beim Talk 6 um einen einpunktgelagerten Arm mit stehendem Dorn, Carbon-Armrohr, Acryl-Headshell und fest
montiertem Phonokabel. Man muss klar sagen: Keine Angst vor dem Einpunktarm! Hier ist die Lagerführung so ausgeführt, dass man einen problemlos auch für Anfäger zu bedienenden Arm vor sich hat, in den man gerne auch teure Abtaster einbaut. Der Arm ist in der Höhe
verstellbar und der Lift läuft wie geschmiert. Wer dennoch lieber einen anderen Arm nutzen möchte, findet im Karton insgesamt drei Armbasen. Für Jelco, Rega und SME. Eine ebenfalls beiliegende Acrylhaube schützt Arm und Teller vor Staub.

Tonarm trifft van den Hul Der Vertrieb hat auch einen Tonabnehmer mitgeschickt, ein The MC One Special von van den Hul. Dabei handelt es sich um eine Sonderversion des berühmten DDT 2. Es verfügt über einen Boron-Nadelträger, Silberdrahtspulen und den ebenfalls
berühmten vdH-Typ 1 Nadelschliff. Dieser oft als „scharf“ bezeichnete Schliff lässt den Diamanten tiefer in die Rille eindringen als Diamanten mit weniger aufwendigem Schliff.
Das führt aber keineswegs zu einem scharfen Klang – doch dazu später mehr. Mit 0,65 Millivolt Ausgangsspannung ist das The MC One Special kein allzu kritisches MC. Die meisten Phonovorstufen sollten mit ihm klarkommen, zumal die Impedanz mit 12 bis 14 Ohm moderat ausfällt.


Als geneigter Käufer fragt man sich natürlich, wie sich ein Gerät im Testlab schlägt. Bei kaum einem HiFi-Gerät haben selbst kleine Abweichungen vom  Ideal so dramatische Auswirkungen, wie beim Plattenspieler. Also schnell mal auf die Laborergebnisse geblickt:
Gleichlauf und Solldrehzahl sind wunderbar. Zwar dreht sich der Teller frisch aus dem Karton 0,4 Prozent zu langsam, das ist für die Praxis aber nicht von Bedeutung, da man eine Feineinstellung der Geschwindigkeit vornehmen kann. Viel wichtiger ist daher, dass der
Dostoyevsky DCX sein Tempo sehr konstant hält. Die Rumpelwerte, also die Werte, die zeigen, wie viele Störgeräusche der Plattenspieler der Musik hinzufügt, sind sehr gut, wenn auch nicht perfekt.
Einzeln kostet das Laufwerk 2600 Euro. Der Talk Elektronics Arm kostet 800 Euro und der van den Hul Tonabnehmer The MC One Special 1600 Euro. Im Paket zahlt man 4590 Euro und spart somit gute 400 Euro. Dennoch ist das eine Menge Geld, umso erfreulicher, dass die Kombi im örraum sehr
zu gefallen wusste.

Rock, Jazz, Klassik
Wir starteten mit der Neuauflage von Frank Zappas SoloDebut „Hot Rats“. Unser serbisch-britisch-niederländisches Trio gab, angeschlossen an den kleinen, wunderbaren iFiPhonopre, die Platte herrlich detailliert und sauber wieder.
Es war erstaunlich, wie plastisch die Gitarre am Anfang von „The Gumbo Variations“ aus den Boxen sprang. Und egal, was man auflegt: Es kommen viele Details aus den Boxen, die in erster Linie auf das Konto des sauber abtastenden The
MC One Special gehen, das auf angenehme Art analytisch ist, ohne zu übertreiben. Das Soulines­Laufwerk mischt sich erfreulich wenig in den Klang ein. Es stellt eine super solide Basis bereit und unterschlägt keinerlei Informationen, weder im Bass noch in
den Höhen. Der Talk­Arm passt wunderbar. Er klingt wie der Dostoyevsky: lebendig und dynamisch und frei von jeder Nervosität. Hier kann man gerne auch satter klingende MMs einschrauben, wenn man es weniger feingeistig mag oder mehr Punch will. Aber auch so rollten die Pauken in
„Pomp And Circumstance“ (Solti) sehr ordentlich!
Alexander Rose-Fehling

Bewertung Testurteil Soulines_Dostoyevsky DCX_rs

Klang 55
Gesamturteil 77 Punkte
Preis/Leistung sehr gut

Fazit: Ein fein klingendes Paket: Das serbische Laufwerk ist nicht nur außerordentlich hübsch, sondern auch klanglich voll auf der Höhe und somit preiswert. Gleiches gilt für den Talk-Elektronics-Arm, der wunderbar swingend und lebendig spielt. Wem es mit
dem ohne Frage exzellenten van den HulTonabnehmer zu teuer wird, der kann auch mit einem einfacheren System einsteigen, etwa einem Ortofon MM oder MC, und das v.d.H. als ultimatives Upgrade betrachten. Laufwerk und Arm sind für alles offen.

SOULINES Satie DCX in der Zeitschrift LP Ausgabe 2018 06

Massezentrum

Unter diesem Titel schreibt Herr Thomas Schmidt über unser Analog-Laufwerk SOULINES Satie DCX in der Zeitschrift LP Ausgabe 2018 06:

Und doch gibt es da draußen Menschen, die immer noch dabei sind, sich dem Optimum anzunähern

Für einen Verkaufspreis von sehr freundlichen 1.990 Euro gibt es nicht nur ein clever gemachtes und ausgesprochen gut verarbeitetes Laufwerk, sondern darüber hinaus ein gut geschnürtes Gesamtpaket, das ein
hohes Verständnis für die Praxis zeigt: Im Karton befindet sich nämlich neben dem Laufwerk die pfiffige Acrylabdeckung, die Soulines inzwischen auch für andere Modelle neben den eigenen verkauft, die sehr
gute Kautschuk-Kork-Matte, eine Einstellschablone mit allen gängigen Geometrien sowie zwei vorgefräste Tonarmbasen nach Rega- und Jelco-Standard.

Im Hörraum war der Satie DCX rasend schnell aufgebaut – Teller drauf, Riemen aufgelegt, Laufwerk ins Wasser gebracht, Netzteil dran – fertig.
Die angelieferte Kombination sorgte von den ersten Tönen an für gute Laune – und recht schnell für einen zutiefst entspannten Hörtest.

Da gibt es keinen Bereich, der sich in den Vordergrund spielt, weder einen besonders analytischen noch einen besonders runden Auftritt – da ist einfach Musik zwischen und hinter und neben und vor den Boxen.

Der Soulines Satie DCX neigt überhaupt nicht dazu, Töne oder perkussive Anschläge künstlich zu verlängern – subjektiv hat man den Eindruck, dass die in die Konstruktion investierte Ingenieursleistung gut angelegt war.

Diese und andere Aufnahmen profitieren enorm von der unaufgeregten Art, die der Soulines Satie an den Tag legt.

… es bleibt stets der Eindruck eines sehr entspannten, sehr kompletten Plattenspielers, der viel reifer und größer klingt, als sein mehr als faires Preisschild vermuten lässt.

Unterm Strich…
Weniger ist mehr: Durch den Verzicht auf eine durchgehende Zarge wirkt der Soulines Satie optisch wunderbar leicht – akustisch ist er dagegen ein echtes Schwergewicht!

Soulines Satie im Test des MINT Magazins

Was an den Soulines-Spielern zuerst auffällt, sind ihre stets ungewöhnliche, aber nie willkürlichen, sondern anmutig und harmonische wirkenden Proportionen und ein sehr hochwertiges Finish, das sich jedoch weniger an Hochglanz-Schmuck als an teuren Werkzeugen orientiert.

You-Tube-Produktvideo


Kubrick DCX Lp Juli 2014


Frisch aus dem Orbit

Von daher:  Einen stabilen Unterbau suchen, das Gerät waagerecht ausrichten –  
dank der verstellbaren Füße kein Problem, Kabel an die Phonovorstufe und los geht’s.
Welche   Abschlussimpedanz   Sie   wählen, liegt wie üblich bei Ihnen. Ich lande in der Gegend von 500 Ohm, da kann das Audio Technica seinen filigranen und zarten Charakter am besten entfalten. Wer‘s etwas erdiger und stämmiger mag, der darf auch
gerne 100 Ohm versuchen. Die drei Mädels von Elaiza machen denn auch   gleich   deutlich, wes   Geistes   Kind der Kubrick DCX ist:  Er bietet dem feingeistigen Tonabnehmer   eine   sehr   passende Basis, trägt nicht zu dick auf, schafft eine rhythmisch fließende, in sich sehr  
stimmige   Atmosphäre.   Kein   begnadeter   Rock‘n‘Roller, aber eine im besten Sinne  
analog und fein klingende Kombination.  
Die ausgezeichnete Vier-Jahreszeiten-Einspielung mit Giuliano Carmignola tönt kompakt, konzentriert und mit der nötigen Autorität. Die Solovioline ist schön freigestellt, das Orchester gruppiert sich perfekt postiert drumherum. Die Abbildung gerät breit, majestätisch, mit nicht ganz so exemplarischer Tiefe. Die Wucht der Orchestereinsätze schafft der Soulines spielend überzeugend darzustellen.  Seine Vorliebe für die breite Bühne kommt ihm auch bei der fantastischen Neuauflage des Peter, Paul & Mary-Erstlings von ORG entgegen, die  
Kombi verschafft den drei Stimmen genau die Differenzierung, die sie brauchen.
Das gefällt und qualifiziert das Produkt des serbischen Herstellers als willkommene Alternative in der Plattenspielerlandschaft.   Man   darf   hier   ganz   ungehemmt zugreifen, denn hübsch ist dieser Plattenspieler allemal.
Holger Barske

The Loop  LP 06-2019

Unterm Strich ...» „The Loop“ greift die Qualität der exzellenten Soulines-Laufwerke auf und zeigt, dass auch bei einer Phonovorstufe ein durch-dachter mechanischer Aufbau zu exzellenten klanglichen Ergebnissen führen kann.

 

Info



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